Als einer der wenigen Künstler, die ich kenne, weigert er sich beharrlich, und das seit Jahrzehnten ,so etwas wie einen eigenen Stil zu entwickeln. Vielleicht dass ihn die allgemeine Markenzeichen-Malerei nach dem Motto: “Man muss auf den ersten Blick erkennen, von wem ein Bild ist” abschreckt.
Bei Hilsing hat man Glück, wenn man seine Handschrift beim zweiten oder dritten Blick erkennt. Denn er kann zeichnen wie ein alter Meister, krakeln wie ein Kind, collagieren wie Hannah Hoech, kubistisch malen wie Braque und Picasso, in Holz schneiden wie die Leute der “Brücke” oder statt auf Leinwand auf Geldscheine malen - was alles er schon höchst erfolgreich getan hat, sogar Objekte gezimmert und leere Blätter, von ihm signiert, verkauft. (Den Hilsing durfte man höchstselbst herstellen)
Er liebt das schöpferische Chaos, die gewisse Ungewissheit, die jeder Kunst anhaftet, den steten Wechsel und, auch das, die Parodie. Ein bisschen macht er sich über diejenigen lustig, die da so stolz mit ihren Scheuklappen herumlaufen; und ich fürchte, das sind wir alle. Man kann von Hilsing so viel lernen, gerade weil er kein Schulmeister ist.
Heinz Ohff
- 1938 in Hannover geboren
- 1957 bis 1962 Studium an der Werkkunstschule Hannover (Wendland) und der Hochschule für Bildende Künste Berlin (Volkert)
- lebt als freischaffender Maler in Berlin
- 1970 Förderungspreis des Niedersächsischen Kunstpreises
- 1971 bis 1977 vier mehrmonatige Aufenthalte in Santiago de Chile

